Ecco Le Marche

Wer Fano hört, denkt sofort an den gemütlichen Badeort an der Adria oder an den Endpunkt der römischen Via Flaminia oder an die älteste Karnevalsstadt Italiens.

Mitbloggerin Isabelle hat dort letztens außerdem noch ein faszinierendes Bauwerk entdeckt. Oder besser gesagt: die Überreste eines alten Gebäudes mitten im Zentrum von Fano. Und zwar in der Via San Francesco d’Assisi, parallel zur Hauptstraße Via Garibaldi.

Aber Achtung: Man läuft leicht daran vorbei, denn das Rathaus, das daneben liegt, fällt mehr ins Auge!

Das Rathaus.

Der Vorraum der ehemaligen San-Francesco-Kirche:

Direkt rechts neben dem Rathaus sieht man, hinter Gittern, das große Vorportal von San Francesco. An der Wand befindet sich eine Tafel mit der Aufschrift Tombe Malatestiane mit den Gräbern der Familie Malatesta, die einst eine der mächtigsten Familien der Region war. So sieht man links das Prunkgrab aus dem 14. Jahrhundert von Paola Bianca, der Frau des damaligen Herrschers Pandolfo III. Malatesta. Rechts davon befindet sich sein eigenes Grab aus dem 15. Jahrhundert.

Auch der Arzt der Malatestas, Bonetto da Castelfranco, erhielt hier einen Ehrenplatz.

Was für ein seltsamer Ort für Begräbnisse, denkt man auf den ersten Blick. Aber dann fällt einem die Öffnung auf: der Eingang zu einem Gebäude ohne Dach! Wir betreten den Eingang und erblicken die Überreste der San-Francesco-Kirche. Einst lagen die Malatestas und ihr Arzt in der Kirche selber begraben; sie wurden aber im 17. Jahrhundert an den heutigen Ort verlegt.

Das Eingangstor ist das einzige, was von der ursprünglichen mittelalterlichen Kirche übrig geblieben ist.

Geschichte der San-Francesco-Kirche:

Die Kirche und das angrenzende Kloster (heute Rathaus) wurden zwischen 1255 und 1323 erbaut. Im Laufe der Jahrhunderte wurde das Gebäude mehrfach umgebaut. Ende des 17. Jahrhunderts verursachten ein Erdbeben und wenig später auch ein Brand erhebliche Schäden an den Gebäuden, sodass Papst Clemens XIV. eine Restaurierung des Klosters finanzierte. Danach wollten die Franziskanermönche auch das Kirchengebäude wiederherstellen, doch aufgrund der französischen Herrschaft kam es nicht mehr dazu. Sie mussten bis 1840 warten, bevor auch die Kirche restauriert werden konnte. In der Zwischenzeit diente sie, wie so einige Kirchen unter napoleonischer Herrschaft, hauptsächlich als Lagerraum und Stall. Mit den Umbauten verschwanden alle verbliebenen ursprünglichen Seitenaltäre und Inschriften.

Nach 1870 und der Vereinigung Italiens verschwanden viele Mönchsorden und das Kloster diente als Kaserne. Die Kirche selbst verfiel vollständig, auch aufgrund mehrerer weiterer Erdbeben und mangelnder Reparaturen. Nachdem 1930 auch noch das Dach eingestürzt war, wollte man sie zunächst gänzlich abreißen. Aber es gab immer wieder Umbaupläne, die jedoch nie umgesetzt wurden. Heute werden in den Ruinen kulturelle Open-Air-Veranstaltungen organisiert.

Es ist sehr beeindruckend, in den Kirchenruinen herumzulaufen, besonders an einem sonnigen Tag. Ein Konzert hier zu besuchen, muss ein ganz besonderes Erlebnis sein!

Ein Tipp:

Wer dort einmal eine Veranstaltung erleben möchte, findet auf dieser Website eine Übersicht über alle Veranstaltungen in Fano. Viel Spaß!


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