Ecco Le Marche

Isabelle ist bei uns meist diejenige, die die anspruchsvollen Wanderungen für Euch beschreibt, während ich eher die „Genusswanderungen“ vorziehe. Aber dieses Mal hat sie einen Spaziergang parat, den ich gelegentlich auch gerne mache: Am Esino-Fluss, wo sich flach und ohne störenden Autoverkehr bequem spazieren, wandern, joggen und Rad fahren lässt.

Und nicht nur das: Dieses Mal gibt es dazu noch einen Blick in die Zukunft, von der lokalen Technologie-Firma Loccioni bereitgestellt.

Gestartet wird in Angeli di Rosora, gegenüber der Bar Pizzeria Gusto 219. Dort kann man ganz gut parken. Gegenüber der Bar weist ein Schild mit der Aufschrift „Pista ciclabile – 2 Km di futuro“ (Radweg – 2 Km Zukunft) auf den Weg hin. Über eine kleine Treppe und durch einen Tunnel gelangt man hinunter zum Esino-Fluss.

Diese 2 km lange „Zukunfts“-Tour ist Teil des langen Esino-Rad- und Wanderwegs, der von den FrasassiHöhlen bei Genga bis zur Adria bei Falconara Marittima führt. Einen Teil davon bin ich bereits mit dem Fahrrad gefahren und habe darüber berichtet: von Monsano bis ans Meer bei Falconara Marittima.

Aber der Abschnitt heute wird gewandert, auch wenn man ihn ebenso leicht mit dem Fahrrad zurücklegen könnte. Ein Weg, der, für diese Region außergewöhnlich, fast ganz flach ist! Die Route ist leicht zu finden, man muss nur dem Weg und dem Fluss folgen! Unterwegs finden sich verschiedene zweisprachige Informationstafeln auf Italienisch und auf Englisch.

Die Idee zum Weg mit den Info-Tafeln stammt von der Firma Loccioni, einem wichtigen Arbeitgeber an diesem Fluss. Im Jahr 2015 wurde die Trasse eröffnet, mit dem Ziel, nicht nur etwas für die Gesundheit der Belegschaft und der Anwohner zu tun, sondern auch, um ihnen nachhaltige Energiequellen näherzubringen. Entsprechend stößt man entlang der Strecke immer wieder auf kleine Wasserkraftwerke, die Strom für das Unternehmen produzieren.

Geballte Wasserkraft des Esino-Flusses trifft auf Turbine:

Am Anfang des Weges kann man zudem einen kleinen Fitnessparcours absolvieren, der auch für Kinder geeignet ist. Die Erläuterungen sind zudem in drei Sprachen verfasst: Italienisch, Englisch und Deutsch.

Der Weg führt auch am Loccioni-Unternehmen selbst vorbei. Entlang der Route sieht man Informationstafeln über die Überschwemmungen, die der Esino in der Vergangenheit verursacht hat, und Erklärungen, wie die zukünftige Energieerzeugung aufgestellt ist.

Schließlich gelangt man zur Brücke 2068, die vom Architekten Thomas Herzog im Auftrag von Loccioni entworfen wurde. Der Entwurf war übrigens 2018 auf der Biennale in Venedig zu sehen. Die Brücke verweist auf die Zukunft, nämlich das Jahr 2068, in dem die Firma Loccioni ihr 100-jähriges Bestehen feiern wird. Ein Foto der Brücke kann man auf dieser Website sehen, denn Isabelles Bild ist leider misslungen. Und ich, Elke, habe ungeschickterweise nur Fotos von der Brücke aus auf den Fluss gemacht:

Eine Schautafel erklärt: Bis zum 19. Jahrhundert gab es keinerlei Brücken über den Esino-Fluss, man musste ihn also mit sehr kleinen Booten überqueren. Oft wechselte der Anlegeplatz, da nicht alle Grundbesitzer die Erlaubnis erteilten, mit einem Boot an ihrem Grundstück anzulegen.

Weiter flussabwärts kommt man an kleinen Kunstwerken vorbei, die von den Schülern der Schule Don Mauro Constantino in Serra San Quirico und den Bewohnern des Hauses Rosso di Sera, einem Zentrum für Menschen mit Behinderung, geschaffen wurden.

Darüber hinaus kann man vom Weg aus die herrliche Flusslandschaft, viel Natur, Gärten und von weitem Bergdörfer wie Castelplanio bewundern. Ein kleines Paradies – weit weg von der belebten Straße.

An der Kreuzung der Wege nach Castelplanio und Mergo ist Isabelle umgekehrt und wieder zurück nach Angeli gegangen. Genauso gut könnt Ihr natürlich auch früher umdrehen oder dem Weg noch ein Weilchen weiter folgen.

Diese Wanderung ist für jedermann und für fast alle Jahreszeiten geeignet. Nur im Hochsommer gibt es halt wenig Schatten.

Buona Passeggiata!

Zusatzinfo und Track:

Ich bin den Weg letztes Jahr mit einer Freundin ein Stückchen weiter gegangen, sodass wir noch auf einen Caffè in einer Bar in Castelplanio-Stazione einkehren konnten, bevor wir uns auf den Rückweg machten: Hier findet Ihr den Komoot-Link sowie einen Link auf den GPX-Track des Weges.



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