Ecco Le Marche

Mit dem jährlichen Einzug der Königin Primavera vollzieht sich in der Natur der Marken jedes Mal ein kleines Wunder: die Explosion prächtiger Farben vor einem frischgrünen Hintergrund!

Mit etwas Glück erwacht die erste Frühlingsflora in den Tälern bereits Mitte April. Die höheren Lagen folgen später, dafür hält die Blütenpracht dort meist bis Ende Juni.

Das ist die schönste Jahreszeit, um durch die Natur der Marken zu wandern. Bei den Samstagswanderungen mit den Podisti aus Cupramontana hatte meine Mitbloggerin Isabelle die Gelegenheit, diese Frühlingsflora ausgiebig zu fotografieren. Sie sagt: „Wenn Du gerne Blumen fotografierst, dann kannst Du Stunden damit verbringen, auch nur 100 Meter zurückzulegen!“

Die Wandergruppe trifft sich übrigens jeden Samstagmorgen um 8:00 Uhr am Campo Boario in Cupramontana und jeder kann mitwandern, auch ohne Voranmeldung. Und wer lieber alleine wandert findet auf deren Webseite Routenbeschreibungen, Fotos und Tracks aus mehr als 15 Jahren: Cupraincamminata.

Wo findet Ihr die Frühlingsflora?

  • In allen Naturparks der Region, z.B. im Parco Nazionale dei Monti Sibillini, im Parco Nazionale Regionale del Conero, im Parco Nazionale Regionale della Gola della Rossa e di Frasassi. Die vollständige Liste aller Naturparks der Marken findest Du hier.
  • Generell auf Wiesen und Grünflächen rund um Dörfer und Städte.
  • In lokalen Gärten, in denen wenig gemäht wird: Auch in Isabelles Garten blühen wilde Orchideen und am Weg zu unserem Haus finde ich wilde Primeln und Cyclamen.

Welche Blumen könnt Ihr in den Marken entdecken?

Wir beschreiben hier nur die wichtigsten Wildblumen, denn alle aufzuzählen, wäre ein unlösbares Unterfangen!

Wilde Tulpen.

Zu unser aller Überraschung wächst in dieser Region, vor allem auf den Wiesen oder zwischen den Olivenbäumen und/oder Weinbergen, eine wilde Tulpenart: die Tulipa Agenensis.

Wilde Narzissen:

An den Hängen des Monte San Vicino sorgen wilde Narzissen (Narcissus Poeticus) im Frühling für einen wundersamen weißen Teppich:

Weißer Affodill.

Im Mai gehört die Wanderung zum Monte Cipollara (der Berg neben dem Monte San Vicino) zum festen Programmpunkt unserer Wandergruppe, um diese weiße Blume in ihrer ganzen Pracht bewundern zu können. Denn der weiße Affodill (Asphodelus), aus der Familie der Grasbaumgewächse, zeigt dann einen beeindruckenden Blütenstand!

Cyclamen-Teppiche.

Doch auch eine Waldwanderung verspricht Dir eine herrliche Frühlingsflora: Die wilden, kleinen, zart rosafarbenen Alpenveilchen (Cyclamum Repandum) verströmen selbst an warmen Tagen einen herrlichen Duft!

Bärlauch.

Diese Pflanze ist auch in Deutschland sehr beliebt: der Bärlauch oder Allium Orsino. Die Bärlauchblätter kann man in zahlreichen Gerichten verarbeiten, von Pesto bis Suppen. Allerdings wird beim Sammeln zur Vorsicht gemahnt, da man Bärlauch leicht mit den hochgiftigen Maiglöckchen verwechseln kann. In der Region Marken kommen Maiglöckchen aber kaum vor, ich selber habe noch keine gesehen und in der Grafik von Wikipedia zur Verbreitung ist die Adriaküste ausgespart. Wer sicher gehen will, kann aber an der Pflanze riechen: Der essbare Bärlauch riecht eindeutig nach Knoblauch, während Maiglöckchen geruchslos sind!

Wilde Pfingstrosen:

Um diese schönen Blumen zu sehen, wandert Ihr am besten an Berghängen entlang. Die Paeonia Officinalis (wilde Pfingstrose) sorgt dort für hellviolette Farbpunkte.

Veilchen.

Die Viola Eugeniae hat gelbe Blüten, kommt aber auch in violetter Farbe vor. Die zarten Veilchen findet man ebenfalls vor allem in den Bergen oder in felsigem Gelände.

Vergissmeinnicht.

Für blaue Farbtupfer sorgen Vergissmeinnicht, lateinisch Myosotis.

Die Welt der Orchideen:

Die größte Vielfalt an Farben und Arten bieten allerdings die Orchideen. Von Gelb über Dunkelviolett bis hin zu einer Verkleidung im Bienenkostüm. Dafür müsst Ihr nicht einmal in die Berge gehen, Ihr findet sie auch am Straßenrand!

Ginster.

Den findet man natürlich auch in Deutschland, Österreich, der Schweiz und anderswo. Aber hier verströmt die Pflanze einen sehr angenehmen Duft! Die Steilküste am Monte Conero ist bekannt für ihren spektakulär blühenden Ginster, ebenso wie die zahlreichen Hügel und Berghänge im Landesinneren.

Die Mohnblume.

Und last but not least die Papaver Rhoeas oder Mohnblume, die in den Marken glücklicherweise noch sehr häufig vorkommt. Nichts ist schöner als die zahlreichen roten Flecken in den frühlingsgrünen Wiesen oder Feldern!

Bücher zur Flora in der Region Marken.

Diese Bücher hat Isabelle für den Artikel herangezogen. Sie sind zwar auf Italienisch, enthalten aber sehr viele schöne Fotos.

  • Antonietta Baldoni: Erbe,arbusti,alberi nella tradizione popolare delle Marche
  • Mariantonia Baldoni: I quaderni del Parco I e II. (nur noch im Antiquariat zu bekommen)

Wenn Du diese Blumenpracht mit eigenen Augen sehen möchtest, dann zieh schnell Deine Wanderschuhe an!
Buona passeggiata!


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