Ecco Le Marche

Es gibt sie, die guten Nachrichten: Die Trattoria und die Bar im kleinen Bergdörfchen Castelletta haben wieder eröffnet!

Ich habe Euch vor einiger Zeit von Castelletta erzählt, wo wir im Frühling, Sommer und Herbst gerne mit dem Fahrrad hinfahren. Das Dorf ist weitgehend verlassen. Nur im Sommer wird es dort wieder lebendig, wenn viele Familien, die in Castelletta ihre Wurzeln haben, dort oben ihre Sommerferien verbringen.

Auf nach Castelletta!

Wir wollten aber nicht bis zum Frühjahr warten, und so fuhren wir letzten Winter zum Abendessen in die neue „Trattoria Sopra Minerva“. Die ohnehin sehr verkehrsarme, kleine Straße war dieses Mal völlig einsam und leer:

Oben in Castelletta angekommen, konnten wir schon sehen, dass die Bar renoviert worden war. Sie heißt jetzt „Bar Elisa“.

Aber um die Trattoria zu finden, irrten wir noch ein bisschen durch den kurz vor 20:00 Uhr fast völlig vereinsamten, alten Ort. Nur ein Hund bellte ab und zu.

Und dann fanden wir doch das Hinweisschild! Kurz darauf erreichten wir das von außen unscheinbare Restaurant, das in einer alten Mühle untergebracht ist.

Wer ist die neue Besitzerin und was motivierte sie, nach Castelletta zu kommen?

Die Bar in Castelletta, bislang „Bar del Pino“ genannt, weil sie sich unter der mächtigen Pinie vor der Kirche Castellettas befand, war irgendwann im letzten Jahr geschlossen worden. Sie diente auch als kleiner Lebensmittelladen und war sowohl bei den Sommerfrischlern als auch bei Wanderern und Radfahrern sehr beliebt. Die Trattoria Castelletta hatte schon während der Corona-Zeit schließen müssen. Eine traurige Situation für alle, die den Ort lieben.

Und nun kam Elisa, die hier geboren wurde und hier in den Sommern ihre Jugend verbracht hat. Sie zog irgendwann weg und lernte und arbeitete als Küchenchefin in verschiedenen Restaurants Italiens, u.a. in Florenz. Mit Unterstützung ihrer Eltern kehrte sie inzwischen zurück, um der Bar und der Trattoria neues Leben einzuhauchen.

Die Bar wurde in „Bar Elisa“ umgetauft und die Trattoria bekam den Namen „Sopra Minerva“ (über Minerva), weil unter der Kirche im Ort Reste eines Minerva-Tempels gefunden wurden, die vermuten lassen, dass hier schon zu Römerzeiten Leute siedelten. Und da man von der Kirche noch ein Stück hoch in den Ort gehen muss, heißt es jetzt eben „über Minverva“.

Sie wolle wieder näher bei ihrer Familie leben und zur Wiederbelebung des Ortes beitragen, mit Angeboten für junge Leute und Live-Musik, sagt Elisa in dem Beitrag, mit dem TV Centro Marche die Neuigkeit verbreitete:

Tipp: Wenn Ihr im Youtube-Video auf „Einstellungen“ klickt, könnt Ihr statt des italienischen auch einen automatisch auf Englisch übersetzten Text wählen.

Wie war unser Besuch in der Trattoria Sopra Minerva?

„Wir nehmen das Angebot gerne an“, dachten wir und betraten das Restaurant, das in einer ehemaligen alten Mühle untergebracht ist. Der kleine Raum war hell und wirkte wegen der hohen Decken und der weißen Möbel geräumig. Es war Winter und so spendete ein kleiner Pellet-Ofen etwas Wärme. Der Hingucker war, neben dem schönen alten Mauerwerk, das alte Mahlwerk mit großem Mühlstein.

Die Karte war mit 4 Antipasti, 4 Primi und 4 Secondi sehr übersichtlich. Sie wechselt aber jahreszeitlich, wie ich aus dem Social-Media-Auftritt der Trattoria immer mal wieder sehen kann. Die Gerichte schienen alle hausgemacht und traditionell, was in den Marken allerdings oft auch mit viel Fleisch einhergeht. Es fanden sich aber auch vegetarische und Fisch-Alternativen wie Auberginen-Parmigiana, Gemüse-Lasagne oder Baccalà (Klippfisch).

Wir teilten uns zwei große, geröstete Brotscheiben mit Pilz, Rührei und Speck und nahmen dann noch jeder ein Primo (Nudelgericht). Die Pincinelle al Ragù waren ausgesprochen lecker, aber für mich hätten sie fast schon etwas weniger Fleisch verarbeiten können. Aber das ist ja Geschmackssache.

Aufgewärmt vom leckeren Essen, Wein und Ofen, traten wir hinaus in die kalte Winterluft und gingen die Kopfsteingässchen hinunter zum Auto.

Wir müssen unbedingt im Sommer wiederkommen, dachten wir, denn dann ist die Terrasse eröffnet, von der man einen herrlichen Blick über den Naturpark der Gola Rossa bekommt, der Castelletta umgibt. Hier ein altes Foto von vor 10 Jahren, als die Trattoria noch vom Vorbesitzer betrieben wurde:

Nützliche Infos:

Die Trattoria ist zurzeit nur am Wochenende geöffnet. Wegen der langen Anfahrt empfiehlt es sich, vorher zu reservieren. Die Telefonnummer ist +39 351 542 8149; sie findet sich aber auch leicht über Google. Auf Instagram und Facebook lassen sich aktuelle Aktionen und Speisekarten erfahren.


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