Ecco Le Marche

Heute, am 25. April, feiern die Italiener wieder die Befreiung vom Faschismus, das heißt, von den deutschen Nazis und den mit ihnen kollaborierenden italienischen Faschisten. Es ist ein offizieller Feiertag, an dem man an zahlreichen Orten das Kriegsende des 2. Weltkrieges feiert und zugleich der vielen Opfer gedenkt. Jede Gemeinde, jede Stadt und selbst der kleinste Weiler hat ein Denkmal, damit die Kriegsopfer nicht in Vergessenheit geraten.

So sieht man auf dem Parkplatz gegenüber dem Stadtpark von Arcevia eine riesige Statue zu Ehren des Partigiano. Die Partigiani (Partisanen) waren die italienischen Widerstandskämpfer gegen den Faschismus.

Romolo Augusto Schiavoni schuf sie 1964 und stellte sie in Richtung Monte Sant’Angelo auf, wo ein blutiger Kampf zwischen Partisanen auf der einen Seite und italienischen Faschisten und deutschen Soldaten auf der anderen Seite stattfand. Schiavoni schuf mehrere Denkmäler zu Ehren der Kriegsopfer in den Marken, unter anderem in Fabriano, Osimo und Senigallia. An allen diesen Orten findet jeweils am 25. April eine Gedenkfeier statt, bei der die Nationalhymne erklingt. Natürlich darf das Widerstandslied Bella Ciao nicht fehlen, soll es doch bei den Partisanen in den Marken seinen Ursprung haben. Außerdem werden ein oder mehrere Kränze niedergelegt.

In der Nähe von Arcevia, auf dem Weg zur St.-Michael-Kirche auf dem Monte Sant’Angelo, entdeckte meine Bloggerfreundin Isabelle eine auffällige Ruine sowie drei Gedenksteine: Die Geschichte dieses Ortes zeugt von den Grausamkeiten des 2. Weltkrieges, wie sie an vielen Orten in vielen Ländern stattfanden: Die Partisanen nahmen eines Tages 13 Faschisten gefangen und zogen sich mit ihnen auf den Bauernhof der Familie Mazzarini zurück. Einige Tage später kamen deutsche Truppen zusammen mit italienischen Faschisten vorbei, denn sie durchkämmten die Gegend gezielt auf der Suche nach Partisanen: Um 4 Uhr am frühen Morgen des 4. Mai 1944 kam es zu einem wahren Massaker, bei dem die Partisanen und die Familie Mazzarini (einschließlich ihrer beiden kleinen Kinder) getötet wurden und alle Gefangenen ums Leben kamen. Die Faschisten verbrannten die Leichen und zerstörten den Bauernhof, unter anderem mit Flammenwerfern. Seitdem soll die Ruine an die Opfer dieses Massakers erinnern.

Danach zogen die deutschen und italienischen Faschisten weiter in den Weiler Montefortino, wo sie noch einige Partisanen gefangen nahmen. Sie folterten und erschossen sie. Ihre Namen kann man auf dem großen Partisanendenkmal in Arcevia lesen.

Auf den drei Steinen neben der Ruine sind die bekannten Opfer des Massakers verzeichnet, die hier auf dem Bauernhof ums Leben kamen. Ihre wahre Anzahl schwankt zwischen 37 und 63, da es unmöglich war, nach dem Massaker alle Leichen zu identifizieren.

Eine sehr traurige Episode eines unmenschlichen Krieges. Leider sehen wir auch in diesen Zeiten wieder mehr und mehr Kriege in der Welt, wo sich solche Grausamkeiten wiederholen und fortsetzen. Umso wichtiger ist es, das Gedenken an die Opfer stets wachzuhalten.


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