Ecco Le Marche

Laura empfiehlt uns den Aufstieg zur Kirche Santa Sperandia bei Cingoli und nachdem ich ihren Bericht gelesen habe, möchte ich auch dorthin:

Während wir die Straße hinauffuhren, spürten wir kaum, wie hoch wir schon waren und ahnten nicht, was für eine wunderbare Aussicht uns oben erwartete. Wir waren mit 740 Metern auf der Spitze des Monte Acuto, wo die Festung Roccaccia die Grenze zwischen den Gemeinden von Cingoli und von Treia markiert.

Der Weg zur Festung beginnt an einem einfach zu erreichenden Parkplatz (hier die Google Koordinaten). Ist der Ausblick schon spektakulär, so ist es umso mehr die Aura, die diese Festungs-Ruinen umgibt. Tatsächlich wissen wir wenig über die Ursprünge der Burg, außer dass sie aus der Zeit stammen muss, in der die Leute aus dem Tal vor den barbarischen (meist gotischen) Invasoren flohen und nach höher gelegenen und sichereren Plätzen suchten. Das muss meiner Meinung nach irgendwann zwischen dem 4. und 6. Jahrhundert nach Christi gewesen sein.

Die Funktion der Festung auf dem Monte Acuto wird einem unmittelbar klar: sie diente dazu, den Zugang zu den umliegenden Tälern zu sichern und zu kontrollieren. Die Entstehung der Legenden, die den Ort umgeben, sind hingegen weniger offensichtlich: wir hören vom geheimnisvollen Weber, der im Keller des Schlosses an einem goldenem Webstuhl arbeitete oder dem Huhn, das goldene Eier legte oder der Schlange, die vom Teufel gesandt wurde, um den in den Verliesen der Burg verborgenen Reichtum zu schützen.


Aber da wir schon hier sind, wollen wir uns ein zweites, ebenso lohnendes Ziel nicht entgehen lassen: Wir verlassen die Festung mitsamt ihrer Legenden und begeben uns zurück zum Parkplatz, von wo aus wir den Weg zur Grotte der Heiligen Sperandia einschlagen. Die Benediktinerin Santa Sperandia lebte im 13. Jahrhundert und wird von den Bewohnern Cingolis als Patronin ihres Ortes verehrt. Sie kam aus dem nahe gelegenen, umbrischen Gubbio und widmete ihr Leben dem Gebet und der Buße, unter anderem als Einsiedlerin in eben jener Grotte auf dem Monte Acuto, bevor sie sich dem Benediktiner-Orden in Cingoli anschloss. Im 19. Jahrhundert wurde in der Grotte eine kleine Kapelle eingerichtet, die im letzten Jahrhundert mit einem Steinfußboden, Stützwänden und einem Treppen-Zugang versehen wurde.

Diese Treppe mit ihren 430 Stufen ist sehr steil und aus solidem, gut begehbarem Stein gebaut. Der größte Teil des Weges liegt in angenehmem Schatten, aber wir empfehlen dennoch, vor allem im Sommer, ausreichend Flüssigkeitsnachschub mit zu bringen!

Gleich zwei schöne Wanderziele in einer malerischen, ruhigen Wanderung!


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