Ecco Le Marche

Auch im Dezember und Januar gibt es spannende Ereignisse, die einen Besuch in der Region Marken lohnen. Wir haben schon über so einige Traditionen und Bräuche geschrieben:

Bereits Anfang Dezember, in der Nacht des 9. Dezember, werden allerorts die Focari entzündet. Das sind Feuer, die den Engeln den Weg weisen sollen. In einigen Orten finden Ende Dezember und Anfang Januar die „Presepe Vivente„, die lebendigen Krippen, statt. Anfang Januar kommt ja die Befana und bringt den Kindern traditionell ihre Geschenke. In Urbania gibt es dazu ein großes Fest, bei dem der ganze Ort im Zeichen dieser freundlichen Hexe dekoriert ist.

Weihnachten in den Marken

Weihnachten wird dann meistens zu Hause gefeiert: Natale con i tuoi, pasqua con chi vuoi (Weihnachten mit den Deinen, Ostern mit wem Du möchtest), sagt ein italienisches Sprichwort. Es ist aber schön vorher etwas herumzureisen, denn viele Orte werden in der Weihnachtszeit festlich dekoriert und illuminiert.

Silvester in den Marken

Silvester wiederum bietet verschiedene Optionen:

Einige feiern im privaten Kreis und finden, falls sie nicht selber kochen möchten, bei den umliegenden Restaurants und Caterern mehrgängige Silvestermenüs zum Abholen (da asporto) zu üblicherweise moderaten Preisen.

Wer danach doch noch Lust auf Party hat kann, wie zum Beispiel in den letzten Jahren in unserem Ort Cupramontana, im beheizten Zelt bei DJ Sets oder Live Musik abtanzen. Dieses Jahr gibt es sogar eine Tanzparty mit großer Tombola im neuen Theater.

Silvester im Restaurant

Beliebt sind aber auch große Silvestermenüs in den Restaurants, Cenone di Capodanno genannt. Wir haben das schon mehrfach genossen:

Einmal vor ein paar Jahren im Ristorante Rosina bei uns am Ort, wo es ein 5 oder 6-gängiges Menü gab. Zu jedem Gang gab es für jeden Tisch eine Flasche Wein! Dazu spielte eine Celentano-Cover-Band. Tolles Essen – natürlich inklusive der berühmten hausgemachten Pasta von Rosina. Nachtisch, Digestiv, Sekt zur Mitternacht …

Was wir nicht wussten: Um Mitternacht gibt es traditionell in Italien nochmal einen Gang, nämlich Linsen mit Cotecchino, einer Kochwurst aus der Gegend um Modena! Die Berglinsen aus den Marken oder Umbrien waren dabei besonders fein. Wir waren an dem Abend aber so satt, dass wir nur wenig davon probiert haben. Ein grober Fehler, denn die Tradition besagt, dass die Linsen für Reichtum im Neuen Jahr stehen!

Das nächste Mal waren wir oben bei Norma in Poggio San Romualdo: Das Menü war – wie dort üblich – exzellente Hausmannskost, allerdings auch mehrgängig und reichlich. Um Mitternacht gab es für alle noch einen roten Sekt zum Anstossen. Dieses Mal waren wir vorbereitet: Wir hielten uns bei den ersten Gängen etwas zurück, um mitternachts im Magen noch Platz für die Linsen mit Cotecchino zu haben. Soweit, so gut.

Danach gingen wir raus, um Sternenhimmel und ein wenig Feuerwerk zu bewundern. Was wir nicht bedacht hatten: Als wir wieder hineingingen, war dort ein opulentes Nachtisch-Buffet aufgebaut! Und die ganzen anderen Gäste häuften sich davon reichlich auf, als wären die vorigen 4-5 Gänge schon alle wieder verdaut.

Ein anderes Jahr waren wir im Restaurant La Marca in Rosora. Hier war das Menü noch etwas luxuriöser und es gab tolle live Jazz Musik. Dieses Mal waren wir auf alles vorbereitet!

Tipps:

Die Silvestermenüs sind nicht billig – in den letzten Jahren waren es zwischen 60 und 70 EUR pro Person; dieses Jahr habe ich einige Ankündigungen für 80 EUR gesehen, denn der Preisanstieg geht auch an den Marchigianern nicht vorüber. Dafür gibt es aber normalerweise ein vielgängiges Menü mit sehr feinen Speisen und meist Wein, Kaffee, Digestif und Sekt mit dazu. In Deutschland bin ich bei meiner Recherche auf deutlich teurere Angebote gestoßen …

Nicht jedes Restaurant bietet jedes Jahr ein Silvestermenü, manche bieten auch nur Menüs zum Abholen, die deutlich günstiger sind. Am besten auf Bekanntmachungen achten oder bei den Restaurants im Ort nachfragen, was es gibt.

Rote Unterwäsche

Wusstet Ihr, dass viele in Italien zu Silvester rote Unterwäsche tragen? Das soll fürs Neue Jahr Glück, vor allem Glück in der Liebe, bereithalten. Allerdings, so habe ich auch gehört, muss man diese geschenkt bekommen haben, egal von wem … Werbegag der Dessous-Hersteller oder Tradition? Es gibt jedenfalls keine gesicherten Angaben, woher der Brauch kommt.


1 Kommentar

Ursula Becker · 24 Januar 2024 um 23:09

Die rote Unterwäsche, muss mir mal einen suchen, der sie mir schenkt. Allen wünsche ich ein gutes neues Jahr mit viel Gesundheit. Wir werden uns bald in Italien sehen, darauf freue ich mich schon. Bin auf die neue Kneipe in Cüpra gespannt.

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