Ecco Le Marche

Wir schreiben häufig über Trüffel, stelle ich fest. Aber das ist nicht verwunderlich, denn erstens liebe ich Trüffel (und dies ist ja nun mal ein persönlicher Blog) und zweitens leben wir hier in der Region Italiens, in der es das ganze Jahr über frische Trüffel gibt. So gibt es von uns schon Artikel über das Trüffelmuseum in Acqualagna, über eine Trüffelfabrik und anschliessende Trüffeljagd in Acqualagna und über den Besuch eines Trüffelexperten bei Apiro. Heute berichten wir über einen Trüffelmarkt, wie es ihn im Herbst und Winter in einigen Orten der Marken, wie zum Beispiel in Acqualagna, Amandola, Sant’Angelo in Vado oder Pergola gibt. Denn im Winter sammeln sie hier die Königin der Trüffeln, die weiße Trüffel. Wir entschieden uns für Pergola, weil es sich perfekt mit der Wiedereröffnung der Bahnlinie Fabriano-Pergola verbinden ließ (dies wird Thema unseres nächsten Artikels werden!).

Zusammen mit Isabelle und ihrer Freundin Ursel kommen wir gegen Mittag in Pergola an und begeben uns erst einmal auf Parkplatz-Suche, denn wir scheinen nicht die einzigen Feinschmecker zu sein, die es hierher zieht. Irgendwie landen wir dabei mitten im Ortskern Pergolas, was wir besser vermieden hätten. Denn die ohnehin engen, kleinen, süßen Gässchen stehen besonders voll mit Anwohner-Autos, so dass einige Male keine Handbreit Platz bleibt, um hindurch zu manövrieren. Mit angeklappten Spiegeln und gemeinsamer Anstrengung schaffen wir es schließlich wieder hinaus. Zur Belohnung gibt es einen schönen Parkplatz ganz nahe beim Zentrum!

Liebe Freunde stoßen noch zu uns und wir wollen erst einmal zusammen essen gehen. Mit der Idee sind wir jedoch nicht alleine, denn die meisten Restaurants sind voll besetzt. Dafür ist es in den Gassen noch recht leer, was kein Wunder ist, denn alle anderen sind, so scheint es, beim Essen! Und so beschließen wir, erst einmal in die Atmosphäre des Trüffelmarktes einzutauchen und uns die Stände anzusehen.

Natürlich kommen die Trüffelliebhaber unter uns auf ihre Kosten.

Aber auch wer keine Trüffel mag, findet hier feinste Leckereien: Pilze, Käse, Visciola-Likör (von Wildkirschen), Salami, Honig und zu Isabelles Verzückung auch in Handarbeit gefertigte Schokolade! Isabelle als Belgierin kennt sich mit Schokolade aus und hier kann sie nicht widerstehen.

Aber auch wenn die kleinen Kostproben unsere Mägen etwas beruhigt hatten, so spüren wir nun langsam Hunger und Appetit auf mehr.

Mit 7 Personen scheint es schwierig, ohne Reservierung einen Tisch im Freien zu ergattern, stellen wir fest, und teilen uns taktisch in Aperitivo-Gruppe und Suchtrupp auf.

Zum Glück entdeckt unser Suchtrupp, bestehend aus Isabelle und Ursel, im Hof eines alten Palazzos ein nettes Lokal, in dem die Küche noch geöffnet ist. Hier genießen wir unser Trüffel-Mittagessen zwischen alten Mauern und Granatapfelbäumen.

Noch ein kleiner Caffè und wir haben wieder genug Energie für einen zweiten Rundgang entlang der Stände und entlang netter kleiner Geschäfte. Inzwischen haben sich die Gassen mit Menschen gefüllt und wir sind froh, dass wir unsere Einkäufe schon vor dem Mittagessen erledigt haben. Mit wohlgefülltem Bauch und Taschen voller Köstlichkeiten begeben wir uns auf die Heimfahrt …

Der Trüffelmarkt in Pergola ist immer an den ersten drei Oktober-Sonntagen geöffnet. Wer nicht bis nächstes Jahr warten möchte, kann nächsten Sonntag, 17. Oktober, noch hinfahren!

Weitere Trüffelmärkte gibt es zum Beispiel noch in Sant’Angelo in Vado im Oktober, in Acqualagna im Oktober und November und in Amandola im November.


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