Ecco Le Marche

Ich kann Euch schon hören: „Perugia?!?! Das ist doch in Umbrien und nicht in den Marken, was hat das mit Eurem Blog zu tun?“

Aber ohne Federico Seneca, der 1891 in Fano in den Marken geboren wurde und der im marchigianischen Urbino Bildende Kunst studierte, hätten diese Pralinen der Firma Perugina nicht den Erfolg gehabt, den sie heute zweifelsfrei haben. Denn die Baci, zu deutsch „Küsse“ genannten Schokopralinen sind in ganz Italien und darüber hinaus berühmt. Man kann sie überall kaufen und in den Geschäften der italienischen Flughäfen werden sie als typisches Mitbringsel aus Italien angeboten. Bestimmt habt Ihr sie schon gesehen oder sogar genossen.

War Seneca im ersten Weltkrieg noch Militärpilot, so begann er in den 20er Jahren als Werbegrafiker für die Schokoladenfabrik Perugina zu arbeiten (und blieb im Unternehmen, als Buitoni mit Perugina fusionierte).

Aber zurück zu den Anfängen: Im Jahre 1907 wurde die Schokoladenmarke Perugina von einer großartigen Frau, Luisa Spagnoli, gegründet, die damit trotz der harten Konkurrenz der männlichen Schokoladenhersteller des Piemonts im umbrischen Perugia ein erfolgreiches Unternehmen schuf. Sie hat überdies auch die Arbeitsbedingungen für Frauen in der Branche nachhaltig verbessert, sowie eine Angora-Farm und das auch heute noch erfolgreiche Modelabel „Luisa Spagnoli“ begründet – aber das nur am Rande.

Die Idee für die Bacio entstand Anfang der 20er Jahre, als sie Haselnuss-Stücke, die bei der Herstellung anderer Süssigkeiten aussortiert wurden, einfach mit Schokolade überzog. Durch die Nussform entstand der typische, etwas unförmige Schokoladenknubbel, den sie zunächst Cazzotto (Faustschlag) nannte, weil er an eine geballte Faust erinnerte. Das klang jetzt nicht unbedingt nach einer süßen Schokoladenversuchung!

Aber da kam unser marchigianischer Freund Federico Seneca ins Spiel: Er wurde mit der Gestaltung der Werbeplakate beauftragt und ließ sich vom berühmten Werk Il Bacio des Malers Francesco Hayez inspirieren.

Als er erfuhr, dass Luisa Spagnoli ihrem Liebhaber Giovanni Buitoni Zettel mit geheimen Notizen zu senden pflegte, kam er auf die Idee, auch in die Verpackung der Bacios Zettelchen mit Liebesgedichten oder romantischen Aphorismen zu legen.

Anfangs gab es die Bacio nur als dunkle Schokolade, aber heutzutage kann man sie in allen möglichen Geschmacksrichtungen kaufen.

Federico Seneca entwarf später als freier Werbegrafiker in Mailand noch so einige andere berühmte Werbelogos, so die Katze mit dem brennenden Schwanz für Agip oder die Ferienplakate für den Badeort Fano, die 2017 in seiner Geburtsstadt Fano ausgestellt wurden. Er starb 1976 am Comer See.

Wir wünschen Euch einen schönen Valentinstag und nicht vergessen: Baci schmecken immer, auch wenn kein Valentinstag ist!


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